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Kurse & Fortbildungen

Ein wesentlicher Bestandteil der Idee von Kirche² ist die Frage danach, wie wir Lernräume schaffen, in denen Menschen verschiedener Herkunft (spirituelle Sprachschule, sozialisierte Konfession und Tradition, etc.) gemeinsam entsprechend ihrer Möglichkeiten und Gaben über die Kirche der Zukunft und die Zukunft der Kirche nachdenken können. Das sinnstiftende Moment dabei haben wir begonnen die Ökumene der Sendung zu nennen.

Schon kurz nach dem großen Kongress im Frühjahr 2013 begann aus dieser Perspektive heraus auch die Arbeit an den Materialien des Kurses, der über 100 Mal als mission shaped ministry course mit über 3.600 Teilnehmenden in England und an anderen Orten inspiriert durch die Bewegung der Fresh Expressions of Church stattgefunden hat. Schnell wurde deutlich, dass es dabei für uns nicht um eine reine Übersetzungsarbeit im sprachlichen Sinne gehen konnte:

So hatten wir zum Beispiel nicht die Möglichkeit uns, wie beim Vorbild-Kurs, wöchentlich für wenige Stunden zu treffen, sondern mussten das Kursgeschehen für 6 Wochenenden planen. Das heißt schon alleine die äußeren Rahmenbedingungen haben dafür gesorgt, dass wir grundsätzlich nachdenken mussten, wie wir die Inhalte des Kurses inszenieren, transportieren und zur Diskussion stellen wollten.

Es standen noch weitere Anpassungen an: Welche Rolle sollte die spirituelle Dimension des Lernens einnehmen? Wie gehen wir mit der Schrift, mit den Texten der Bibel um? Welche Funktion haben die sechs verschiedenen Orte, an denen wir jeweils ein Wochenende mit dem Kurs sein konnten? Welche theologischen Frameworks unserer konfessionellen Theologie wollen wir einbringen? Welche Formen eines zeitgemäßen Lernens, einer Didaktik des 21. Jahrhunderts wollen wir umsetzen? Wie lässt sich die Entwicklung und Transformation einer Kirche durch partizipative Momente grundlegen?

Schließlich wurde uns klar: Wenn Kontextualisierung ein grundlegender Wert der Idee der Mission-Shaped Church und damit auch der Fresh Expressions of Church ist, dann muss sie nicht nur die Inhalte eines FreshX Kurses bestimmen, sondern sich in der Art und Weise des gemeinsamen Lernens auch wiederspiegeln. So entstand ein Kurs, der auf den Inhalten und Haltungen des Vorbildes basiert und zugleich durchdrungen war von unserem Norddeutschen Kontext.

Einen Rückblick auf die ersten Erkenntnisse des Pilotkurses finden Sie hier und einen Rückblick auf den zweiten Kurs hier. Einer der Arbeitsschwerpunkte in den letzten Monaten war für uns im Anschluss an diese beiden Durchgänge die Begleitung einiger Initiativen der fast 50 Kursteilnehmenden. Und auch der Austausch mit anderen Kurs-Initiativen, die sich in den letzten drei Jahren entwickelt haben und durch das deutsche FreshX Netzwerk nun mehr und mehr miteinander vernetzt sind. 

Wie geht es weiter? 

Die nächste Schritte liegen für uns auf der Hand: Mit einer Veränderung des Formats des Kurses wollen wir noch einmal neue konkrete Erkenntnisse darüber gewinnen, wie das Lernen für eine Kirche der Zukunft aussehen kann: Mit dem Modell eines Fresh X. Ein Blockkurses » möchten wir nun noch einmal anderen Menschen die Möglichkeit geben, an den Fragen der Mission-Shaped Church zu arbeiten – Menschen denen das zeitlich anders gefasste und komprimierte Lernen innerhalb von 5 Tagen mehr entgegen kommt. 

Mit Fresh X. Ein Multiplikationskurs» wollen wir dann konkret auf die Meta Ebene gehen und Erkenntnisse aus unseren Kontextualisierungsprozessen der letzten drei Jahre zugänglich machen: Wie geht das Lernen für eine Kirche der Zukunft? Wie geht das Lernen Lernen einer Kirche, die sich von ihrer Mission her formt? Welche theologischen und didaktischen Frameworks helfen uns bei der dynamischen Transformation kirchlicher Strukturen und Prozesse? 

Haben Sie Fragen zu den Kursen und Fortbildungen von Kirche²?
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Literatur: 

Mehr zu der Arbeit am Kursmaterial können Sie an verschiedenen Stellen nachlesen, unter anderem hier:
Als Überblick: Maria Herrmann, Mehr als ein englisches Frühstück. Erfahrungen mit dem mission-shaped ministry (Fresh X) Kurs (2015), in: Pastoralblatt für die Diözesen Aachen, Berlin, Essen, Hildesheim, Köln und Osnabrück, November 11/2015
Zur Vertiefung und über den Prozess der Entstehung des Kurses
Sandra Bils, Mind the gap. The Relevance of Contextualization for the Training Course Fresh X-Der Kurs by Kirche2 (2015). Doctor of Ministry. Paper 107. http://digitalcommons.georgefox.edu/dmin/107/