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»Merkt ihr es nicht?«

  • Veröffentlicht am: 11 November 2013
  • AutorIn: Maria Herrmann

Dass die vergangene Woche turbulent werden sollte, hätte man schon an ihrem Anfang erahnen können.

Denn sie begann mit einem Abschied im Umfeld von Kirche² und zwar vom Weg weisenden und Grund legenden Projekt Soul Side in Hannover Linden. Es ist eben »ein Abschied - kein Schlusspunkt«. Aber es ist vor allem Zeit der Dankbarkeit. Für über 5 Jahre Experimentierfreude und ganz viel Herzblut. Für den Mut, einen Anfang zu wagen. Für einen »Öffner, die fruchtbare Wurzel für einen viel größeren Aufbruch unserer Kirchen.« Und es ist wunderbar, dass auch in diesem zu Ende Gehen bei verschiedenen Beteiligten neuer Mut steckt.  

Doch es ging weiter: Abschied nehmen mussten wir nämlich auch von der Idee noch in diesem Herbst mit zwei Barcamps mit neuen, partizipativen Veranstaltungsformaten zu experimentieren. Die Entscheidung darüber trafen wir schweren Herzens, weil uns an dem Format viel liegt. Aber wir mussten feststellen, dass es andere Voraussetzungen braucht, um so kurzfristig ein neues Format und ein neues Netzwerk einzuführen. Nachdem wir also über eMail, Social Media und im Blog darüber informiert hatten, geschah nachhaltig Beeindruckendes und Unerwartetes: Wir erhielten zahlreiche verständisvolle und motivierende Nachrichten, per Social Media, eMail oder in den Kommentaren im Blog dazu. Viele dieser mal kurzen, mal richtig ausführlichen Mitteilungen lassen ahnen: Ein »Wir« wird sichtbar und zwar eines, das über das Projektbüro hinaus geht. Das Scheitern ließ uns eine beeindruckende Erfahrung machen. Nämlich die von Gemeinschaft und vielmehr noch: Die Erfahrung einer (Ver-)Wandlung. Aus dem Sterben einer Idee ist ein Wir entstanden. 

Während wir noch darüber staunten, wieviel Wohlwollen uns da entgegen gebracht wurde und was sich uns da zeigte, standen schon die Vorbereitungen für das nächste, das zweite Wochenende des Fresh X Kurses an, welches nun also vergangenen Freitag und Samstag stattfand. Und auch hier beeindruckte uns das Unerwartbare. Die Erfahrungen, die wir als Vorbereitungsteam machen, könnten schon jetzt ein Buch füllen: Das Vorbildmaterial aus England ist so umfangreich und gehaltvoll. Doch vieles muss kontextualisiert werden. So arbeiten wir mit Methoden, die in diesem Prozess erst entstehen. Umso mehr freuen wir uns, wenn das alles – vielleicht gar nicht genauso wie wir es geplant hatten aber doch – für die Teilnehmenden funktioniert. Und auch hier ist sichtbar: Wir können vieles nicht »machen«. Es muss sich ereignen. 

Eine neue Woche hat begonnen und ich frage mich: Was habe ich aus den vergangenen 7 Tagen gelernt? Ich würde das für mich in einer Hand voll Infinitiven zusammenfassen: Dankbar sein. Gemeinschaft erleben. Vertrauen lernen. Verwandeln lassen. Infinitiv, weil der Prozess diese Dinge zu lernen unvollendet ist und wohl auch bleibt. In diesem Sinne bleibt auch die Neugier auf das, was nun kommt. Denn schließlich verbirgt sich hinter all dem ja etwas Neues, das sich uns zeigen will. Auch wenn wir es erst mal gar nicht bemerken... 

»Seht her, nun mache ich etwas Neues. Schon kommt es zum Vorschein, merkt ihr es nicht?« (Jes 43,19)

Orientierung: 

Kommentare

Liebe Teamler, wir stehen zu euch , auch bei euren Experomenten. In der Siritualität von unten geht es gerade darum, dass es im Unten zu den besonderen Begegnungen mitGott kommt, die neu motivieren, weil man Gott vor sich stehen hat, der sagt: super, dass ihr so unterschiedlich mein Reich baut.

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