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Der Extra-Tag

  • Veröffentlicht am: 29 February 2016
  • AutorIn: Maria Herrmann

Heute ist der 29. Februar. Ein Extra-Tag in unserem Julianischen Kalender. Mit der Idee eines Extra-Tages arbeiten wir bei Kirche² immer wieder. Gerade weil der Umbruch der Kirchenlandschaft uns kaum Zeit lässt. Vielleicht ist ja heute genau der richtige Zeitpunkt, diese Frage wieder neu zu stellen:

Was würden Sie tun, wenn Ihre Woche einen Extra-Tag hätte?
Was würden Sie damit machen?

Was könnte man an so einem Tag anfangen?


Was könnte man da vielleicht auch endlich mal zu Ende bringen?


Was würde der Tag mit Ihnen machen?
Ein Extra-Tag.
 Ein Tag wie eine zufällig ausgelassene Seite in einem vollen Kalender.

Wäre es ein Tag für alte Bekannte oder mit neuen Freunden?

Ein Tag für die notwendige Pause oder für pausierte Notwendigkeiten?


Ein Tag zum Liegenbleiben oder um endlich aufzustehen?


Ein Tag für Schmetterlinge im Bauch oder um auf Elefanten zu reiten?
Ein Extra-Tag.
Wie der Kaugummi im Stiel dieser Eissorte, die den Mund und alles andere so herrlich rot färbt.
Ein bisschen wäre so ein Tag wie ein Sonntag.
 Bloß hoch 2.

So ein Extra-Tag wäre wie ein achter Wochentag.
 Jeder andere Wochentag hat seine Bestimmung.
 Eine Aufgabe. Eine To-Do-Liste. Selbst der Sonntag.
Der achte Tag ist frei – und befreit.

Denn er ist in der christlichen Tradition etwas ganz Besonderes.
 Er ist das, was wir nicht planen können.
Es ist der Tag, der mit und für uns plant.


Denn der achte Tag ist der Tag der Auferstehung.

 Der Tag der Vollendung und des Aufbruchs.


Ein Tag, an dem sich Zukunft und Vergangenheit an die Hand nehmen und ins Heute hineinleben.

Wie das so ist, fällt einem beim Nachdenken über den achten Tag der Titel eines Kirchenlieds ein:
 Dies ist der Tag den Gott gemacht.
So würde er sich anfühlen, der Extra-Tag.
Von Gott gemacht.
 Extra. 

Außerhalb des Normalen.

 Für uns.

 Einfach so.

Was wäre an so einem Tag alles möglich?

 Was wäre an so einem Tag in Kirche möglich?

 Was wäre für Kirche möglich?

Dies ist der Tag den Gott gemacht – 
ein im wahrsten Sinne des Wortes 
traditionsreiches Lied.

Weil es sich mit seinem Titel in eine Jahrtausend alte Tradition von Dankliedern stellt.
Aber auch, weil das Lied selbst seit Jahrhunderten gesungen wird.


Und das auf ganz unterschiedliche Weisen.


Wir finden es in katholischen und evangelischen Gesangbüchern.



Ein Lied, das zu unterschiedlichen Melodien gesungen wird.


Ein Lied, das vor allem zu Weihnachten gesungen wird.


Man findet es aber auch zu Ostern auf den Liederblättern.
Das fasziniert, denn genau darum geht es uns Christen auch mit der Rede vom achten Tag.



Um das Verbindende
und Bleibende
und Kommende. 
In einem.

 Um das Viele in dem Einen.

 Die Einheit in der Vielfalt.
Das, was uns geschenkt und offenbart wurde.

Ja, und das,
was an so einem achten Tag alles möglich wäre.
 Auch und gerade in Kirche.
Denn erst recht wenn wir es mit unterschiedlichen Melodien tun,
 singen wir gemeinsam ein Lied. 
In einem Geist.
Wir singen ein Lied von dem,
 was wir bekennen, hoffen.
 Was uns antreibt.

 Was uns träumen lässt.

 Für uns.
 Und für Kirche.

Wie können wir in diesem Lied neue Strophen hinzufügen? Eine neue Melodie?
Was wäre möglich in diesem Kirchen-Lied, 
an unserem achten Tag?

Was würden Sie tun, wenn Ihre Kirchen-Woche einen Extra-Tag hätte?


Wäre es ein Tag für alte Bekannte oder mit neuen Freunden?

Ein Tag für Schmetterlinge im Bauch oder um auf Elefanten zu reiten?


Ein Tag mit Kaugummi im Stiel?

Orientierung: 

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